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Samstag, 20. Juni 2015

Sauce von Erdnüssen

Nach den ersten Gläschen Wein auf dem Schöner Alfred-Streetfood wanderte ich auf den versteckteren Pfaden des Geländes, als mir Oldschool-Hiphop ins Ohr kroch. Oha! Ziemlich versteckt fand ich die Jungs von Strassenküche. Erster Eindruck: die haben bock auf das was sie da tun. Zweiter Eindruck: guter Musikgeschmack, offen und freundlich sind se. Das Futter: gut gemachtes asiatisches Streetfood. Hier das Originalrezept, ich folge ihnen auf Facebook und instagram -> strassenküche.



Da ich kein Fan der Erdnuss-Saucen bin die landläufig zu furztrockenen, versalzenen Hähnchenspießen serviert werden, habe ich die Strassenküche-Version ausprobiert.
Geschmacklich vielschichtig, schöne Textur. Guter Stoff.

Bitte ein Mal ganz durchlesen, dann erst starten.

Ihr braucht
  • 250g Erdnüsse, roh geschält 
    • (12-16 Minuten geröstet bei 170°C, bis zur Mitte durchgeröstet, nicht verbrennen lassen)
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
    • (ich habe zwei genommen, trotzdem nicht im vordergrund. wenn es geht frischer knoblauch)
  • 1-2 Bird Eye Chili ohne Kerne, fein gehackt (das sind die kleinen chilies, aka thai-chilis)
  • 2 gr. Salz (nicht industriell verarbeitet)
  • 20 gr. dunkle Thai Soja (Ketjap Manis, von Healthy Boy oder Megachef sagt Toni)
    • Thai Soja Sauce ist dickflüssig und süß, hat nichts mit normaler Sojasauce zu tun.
  • 10 gr. Thai Fisch Sauce (Squid kann was)
  • 10 gr. Tamarinden Pulpe (schwer zu bekommen? Siehe unten)
  • 20 gr. nasser, brauner Rohrzucker
    • (es geht auch trockener)
  • 80 ml Kokosmilch
  • 80 gr. Wasser
  • 5 gr. geröstetes Sesam Öl


Zunächst schält ihr mal die Erdnüsse. Für 250g geschälte braucht ihr ca. 400g ungeschälte. Gute Musik laufen lassen, schälen. Das is Zen, danach seid ihr wieder frisch in der Birne.



Auf ein Backblech mit Backpapier, in den vorgeheizten Backofen bei 160-170°C, nach 10 Minuten nachschauen. Mögt ihr kräftige Röstaromen? Dunkler werden lassen (wie auf dem Foto. Ich hab's mit Röstaromen).



Chilies und Knoblauch hacken. Viel schärfe ist bei den Chilies in den Scheidewänden, an denen die Kerne sitzen. Kerne und Wände weg = Geschmack der Chilies, milde Schärfe.
Ich habe zwei Stück komplett verarbeitet und es ist angenehm pikant geworden, die restlichen Zutaten mildern ab. Wenn ihr mit Chilies nachwürzen möchtet, vorher Mörsern. Ganz verwegene mörsern und geben dünne Scheiben hinzu. Sieht auch hübsch aus.



Zusammen mit dem Salz zu einer Paste mörsern.
Salz agiert hier neben dem Geschmack als Mahlhilfe. Nicht verstanden? Versucht es zuerst ohne salz, dann mit einer Prise groben Meersalzes. (Klugschiss: prise kommt von Französisch prendre -> nehmen)

Die Erdnüsse sollten mittlerweile fertig sein, auskühlen lassen und den Mörser zu einem Drittel füllen. Nicht zu Paste verarbeiten, die Stücke geben der Sauce die Textur.
Nein, nix Mixer. Ihr bekommt ein Gefühl für die Konsistenz der Erdnüsse und ihr könnt mehr Einfluss auf die Konsistenz nehmen. Eine Charge Erdnüsse zu fein gemörsert? Die nächste wieder etwas gröber. Versuch macht kluch.



Zuerst die Chili-Knoblauch-Paste mit den Saucen und Gewürzen gut verrühren, dann Kokosmilch und Wasser hinzugeben, wieder ordentlich verrühren, dann erst die Erdnüsse hinzugeben und wieder vermischen.




Die Sauce muss eine Nacht im Kühlschrank durchziehen, wird sich geschmacklich noch entwickeln. Sofort probieren ja, abschmecken erst am nächsten Tag. Zu salzig? Zucker und/oder Kokosmilch. Zu süß? Tamarinden-Pulpe (hierzu unten mehr) und Fischsauce hinzufügen.

Und sonst so?

Tamarinden-Pulpe habe ich nicht bekommen, es gab konzentrierte Tamarinden-Paste am Stück ohne Samen. Im Mörser mit ein wenig Wasser zu einem Brei verarbeiten.

Geröstetes Sesamöl ist, um Korinthen zu kacken, Öl von gerösteter Sesamsaat. Das Öl selber wird nicht geröstet. Zu erkennen ist es an der dunkelbraunen Farbe im Gegensatz zu seinem ungerösteten Bruder. Sehr geniales Zeug, bringt milde Röstaromen mit sich. Darauf achten dass nur Sesam enthalten ist und kein Farbstoff oder sonstiger Kram. Ein paar Spritzer kommen auch gut im Salat und auf Tomaten und gebratenem Fleisch und Fisch undundund. Ausprobieren. Das hier nehme ich:











Samstag, 13. Juni 2015

flüssiges chili

nam phrik nennt sich im südostasiatischen raum grob jede scharfe sauce. es gibt so viele verschiedene abwandlungen wie es regionen gibt, die grundzutaten sind fast immer schalotten, knoblauch, chilies, fish- oder austernsauce und sojasauce.

das grundrezept ergibt eine strenge, sehr scharfe sauce, die für sich bestehen kann. ich habe einen teil der sauce mit reduziertem ananassaft und einem schuss limettensaft abgewandelt, da war das ganze schon runder, die schärfe hatte gegenspieler, da ist mehr los im mund.

hier also meine nam phrik-version.

zutaten

15 frische chilis (hier kann an der schärfe geschraubt werden. habaneros? scotch bonnet? naga jolokia? ciliega picante? ich habe rote chilis von meinem perser des vertrauens genommen, das war gut. viel fleisch an dern chilis = viel geschmack, faire schärfe.)

5 schalotten
1 knolle knoblauch (keine zehe. eine knolle. das ganze ding)
gute sojasauce
fischsauce / austernsauce

für die abwandlungen:
gute fruchtsäfte (ananas, granatapfel, grapefruit, apfel...)
limettensaft (frisch gepresst)
pimientón de la vera
szechuanpfeffer

die chilis in einer pfanne ohne öl laaangsam angehen lassen, nicht schwarz werden lassen. leichte röstaromen. ein wenig farbe nehmen lassen, ein wenig das wasse rausheizen, den geschmack konzentrieren. wenn sie soweit sind, abkühlen lassen, grob hacken, in den mörser oder mixer geben.

knoblauchknolle und schalotten mit einem spritzer guten öls in alufolie packen, am besten doppelt, so verteilt sich die hitze besser und nichts verbrennt. bei 160 grad 45 minuten im ofen lassen, rausnehmen, in der geschlossenen folie abkühlen lassen.

schalotten und knoblauch aus der schale drücken, alles muss sehr weich sein, zusammen mit den chilis mörsern oder besser mixen. ich weiß, mörsern ist cooler, aber die chilis sind doch ziemlich widerspenstig. ich stehe auf mörsern, aber das ergebnis im mixer war homogener.

in einer pfanne neutrales öl, raps oder sonnenblumen, leicht erhitzen, die paste darin liebevoll anbraten. unter häufigem rühren ca. 5 minuten, bis sie dunkler geworden ist.

zwei esslöffel gute sojasauce (i.e. ohne zuckerkulör) und einen teelöffel fischsauce dazu, drei minuten ohne hitze ziehen lassen.

jetzt kommen die abwandlungen. mehr soja? mehr fisch? einen schuss limettensaft? versucht es mal mit guten fruchtsäften, die ihr in einem separaten topf reduziert bis sie zähflüssig werden. ananas, grapefruit, cranberry, apfel und was euch auch einfällt.

szechuanpfeffer kommt auch ziemlich gut. ich habe aus der grundsauce 5 verschiedene versionen gemacht beim ersten mal und jede hatte ihre existenzberechtigung. naja. bis auf die mit zu viel szechuanpfeffer. die war grenzwertig. vorsicht mit dem zeug, sonst schmeckt ihr ne stunde nichts anderes mehr.